Kanu&Natur
Naturverträgliches Kanufahren ist vor allem eine Frage der Anpassung des persönlichen Freizeitverhaltens an Gewässerzonen unterschiedlicher Belastbarkeit, weniger eine Frage von subjektiver Umweltwahrnehmung, Verbandsmitgliedschaft oder Allerweltsregeln. Auch die “Szene-Diskussionen” über “Flußsperrungen” und “überzogenen Naturschutz” zeigen den geringen fachlichen Informationsgrad: Von den 44200 km in Flußführern erschlossenen Gewässern in Deutschland sind nämlich nur 2,1% ganzjährig gesperrt, 1,9% über zeitlich-räumliche Verordnungen geregelt.
Umweltbewusstes Freizeitverhalten wird in Zukunft über mehrere Ebenen gesteuert werden müssen: Durch Einsicht, Selbstbeschränkung, Umweltbildung genauso wie durch Kontingentierung, Umlenkung in belastbare Gewässer und Teil-oder begründete Totalsperrungen.
Um zukünftige Kriterien dafür zu präzisieren haben wir im Auftrag des Deutschen Naturschutzrings und des Deutschen Sportbundes ein entsprechendes Kanu-Leitbild und fachliche Veröffentlichungen erarbeitet. Wir haben darüber hinaus die ab 2001 wirksame, rechtsverbindliche Planungsrichtlinie “Erholung an Fließgewässern” des DVWK (Deutscher Verband für Wasser-und Kulturbau / heute DWA) miterarbeitet. Als weitgehend einzige Einrichtung informieren wir unsere Teilnehmer welche Gewässerzonen mit welchen Aktivitätsformen vereinbar sind und setzen dies beim Paddeln und Wandern vor Ort um.
Unsere “10 Hinweise für ein Kanufahren mit Einsicht” geben eine Grundorientierung für Alltags-Paddler und werden von mehreren Ministerien der Bundesländer empfohlen.
Ein fachliches, überregionales Lenkungskonzept für Kanusport an naturnahen Fließgewässern haben wir beim Regierungspräsidium Kassel für Nordhessen entwickelt.
Eine praktische Alternative zum kommerziellen Bootsverleih -der zu 75% für die Zunahme der Probleme an unseren Gewässern verantwortlich ist - haben wir 2006-2009 durch ein Konzept von geführten Touren durch ausgebildete Fluss-Ranger in gesteuerten Booten entwickelt. Die Umsetzung dieses fachlichen und praktischen Ansatzes können sie unter www.flusserleben.de verfolgen.