Philosophie

Leitung / Konzept:

Rolf Strojec

Anmeldung und Verwaltung nur über:

Hessische Kanuschule/Bildungswerk

Hauptstr.4

35444 Biebertal

Telefon: 06409-6619333

Telefax:06409-8087485

Email: bwkanu@t-online.de

 

Für unsere Arbeit erhielten wir die bedeutendsten Preise im deutschen Sport-Umwelt-Bereich:

Blauer Planet (Hessentag 1987), Umweltpreis der ARD-Sportgala 1990, Hessischer Sport-Umwelt-Preis 1992, Sonderpreis und Urkunde des Bundespräsidenten im Europäischen Naturschutzjahr 1995. Wir erarbeiteten im Auftrag von DNR und DSB das “Leitbild für natur- und landschaftsverträgliches Kanufahren” (1996) für BUND und NABU das Hessische Fließgewässerschutzkonzept 2000.Für den DOSB gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) erarbeiten wir von 2007-2009 ein personal geführtes Besucherkonzept in Drachenbooten als Alternative zum kommerziellen Bootsverleih.

Für einen Natursport ohne schlechtes Gewissen

Mit Hilfe offener Kanu- und Bergwanderkurse, Bildungsurlaube und Fortbildungen für Multiplikatoren versuchen wir seit 1985 (mit bisher 15.000 Teilnehmern) einen  genußvollen und zugleich umweltbewußten Umgang  mit Freizeit, Gewässern sowie Natur- und Kulturlandschaften zu pflegen. Darüberhinaus erstellen wir Fachkonzepte für Planer und Behörden zum Schutz von Gewässern sowie zur Lenkung von Freizeitaktivitäten und arbeiten an entscheidenden Stellen im umweltpolitischen Bereich.

Im Sporturlaub mit Freude lernen...
...kennzeichnet unser Grundverständnis von Sport und Freizeit. Vom Vortreffen biszum Kursablauf versuchen wir ein Umfeld der Sympathie, Anerkennung, Sicherheit und Rücksichtnahme zu schaffen. Dabei verstehen es unsere Paddelprofis und Tourenleiter mit Ängsten behutsam umzugehen und schrittweise Erfolgserlebnisse und Selbstvertrauen aufzubauen. Erfahrungen unserer Teilnehmer werden in den Mittelpunkt gestellt und durch gezielte Lernhilfen erweitert. Kennzeichnend für unsere Kurse und Reisen ist das freundschaftliche und engagierte Klima auf dem Zeltplatz, in der Hütte wie auf dem Fluß.

Natur erleben, erkennen, erhalten...

...ist das vorrangige Motiv unserer mit zahlreichen Umweltpreisen ausgezeichneten Einrichtung. Dabei versuchen wir - anstelle der Inszenierung eines austauschbaren Urlaubs-, Sport- und Freizeitkonsums vor netter Kulisse - ästhetisch-faszinierende Sportformen, sinnlich beeindruckende Landschaftserlebnisse und inhaltlich bereichernde Naturbegegnungen zu ermöglichen. Wir versuchen gegenüber der Natur ein neues Wertbewußtsein zu entwickeln, indem wir bei unseren Kursen einen emotionalen Bezug zur aufgesuchten Fluß- oder Gebirgslandschaft herstellen (emotionale Ebene)freizeitrelevante Naturvorgänge erklären (Wissensebene)Bewegungsfähigkeit so schulen, daß Schäden vermieden und Natur in Ruhe genossen werden kann (motorische Ebene)In Verbindung mit praktischen Landschaftsinformationen und verbindlichen Naturschutzregeln kann aus solch einem Verhaltenskodex ein naturangepasstes Sport- und Reiseverhalten entwickelt werden.
Natur und Genuß verbinden...


...fällt in dieser Atmosphäre nicht mehr schwer. Das betrifft das Glücksgefühl nach einer herausfordernden Paddeltour, den Gipfelblick nach einem anstrengenden Aufstieg, den "Aha-Effekt" bei interessanten und fachkundig geführten Exkursionen. I-Tüpfelchen ist dann abends der gemeinsame Genuß unserer landestypischen Menüs nach einem Tag voller sinnlicher Eindrücke und neuer Erkenntnisse.
Neben diesen Grundfragen einer integrativen Kanu- bzw. Bergsportausbildung (also abgestimmte Behandlung ökologischer Fragen, motorischen Lernens und der Pflege von Bewegungsleitbildern in denen sich Landschaftsfaszination und -anpassung  gleichermaßen spiegeln) gibt es weitere Eckpunkte, für die u.A. auch Sport-und Reiseanbieter verantwortlich sein müßten:
Wir jedenfalls verzichten prinzipiell auf freizeitmodische Angebote (Rafting, WW-Rodeo, Canyoning), überlastete  und kleine Gewässer, exotische Ziele und Großveranstaltungen. Stattdessen gehören betreute Kleingruppen, jahreszeitliche und räumliche Entzerrung der Kanu-Angebote, Einbeziehung der Anreiseproblematik sowie Landschaftsinformation über Kanu-Reisebriefe zum praktischen Standard einer Bildungsarbeit, die ständig Kategorien der Umweltdiskussion wie "Selbstbeschränkung", "Freizeitlenkung" und "Sport mit Einsicht" auf sich selber anwendet.
Insgesamt versucht dieses Umweltbildungs-Konzept der Tatsache Rechnung zu tragen, daß ein Natursport-Ansatz, der seine Umwelt nicht vernutzt und zerstört, nicht nur an seinen Rändern (Müll, Lärm, Auto) Reformbedarf hat, sondern mitten in der Bewegungsauslegung Kanu-bzw. Berg- Sport selbst sportliche, ökologische und kulturelle Konsequenzen zu suchen sind. Im Rahmen einer solchen Suchbewegung hat die Hessische Kanuschule im In-und Ausland vielbeachtete Beiträge für ein umwelt- und sozialverantwortliches Bewegen, Denken und Handeln im (Kanu) Sport geliefert.

 

Literatur:
Strojec/Bauer: Leitbild für natur- und landschaftsverträgliches Kanufahren / im Auftrag von Deutschem Naturschutzring und DSB, 1996
Jägemann/Strojec: Fließgewässer und Freizeitsport, 1996
Strojec: Landschaft, Naturerlebnis und Umweltbildung im Kanusport
Strojec: Fließgewässerschutz und Wassersport in Hessen, (2001)
Bauer/Schulte: Handbuch Kanusport
Ständige Mitarbeit in:
AK Sport und Umwelt beim Bundesumweltministerium (BMU)
AK Erholung an Fließgewässern im Deutschen Verband für Wasserwirtschaft (DWA)
AK Sport und Naturschutz beim Deutschen Naturschutzring (DNR)
BUND für Umwelt und Naturschutz (LV Hessen) und Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Lehrerfortbildung  Hessen (HELP)

Mindeststandards für  Teamer /innen und Wochenkurse:

  • Paddlerische Fähigkeit mind.1Grad über Kursniveau (unabhängig von vorausgesetzten pädagogischen und    Sicherheitsfähigkeiten)
  • Einstimmung durch Vortreffen und inhaltliche Reisebriefe
  • Persönliche Revierkenntnis und Programmalternativen
  • Information über und Akzeptanz von unterschiedlich  belastbaren Flußzonen
  • Mindestens 25% Landschaftsinformation und -begegnung pro Kurs oder Reise

Dafür steht unser Lehrteam aus liz. Übungsleitern, Kanulehrern, Flussrangern, Sport- und Freizeitpädagogen, Dipl.-Biologen und Geographen: Peter Appenroth,  Andreas Bitz, Achim Dresler, Dr.Gerhard Fitzthum, William Frank, Hermann Harbisch, Beate Hartmann, Ernst Kammer, Jost Karle, Peter Nicolai, Peter Pfeil, Hans Pofahl, Irene Reinisch, Günter Roskamp, Markus Staudt ,Brigitte Sura, Rolf Strojec, Martin Swiderek, Stefan Tressel, Kai Zimmermann.