Sicherheitsregeln beim Kanuwandern
Damit das Kanuwandern Genuß bleibt und nicht zum Streß wird, muß die Sicherheit der Gruppe und jedes Einzelnen im Vordergrund stehen. Anfänger-Unfälle, Unterkühlungs-Unfälle auf Großflüssen und Seen sowie Wehrunfälle bilden beim Kanuwandern die wichtigsten Unfallgruppen.Probier-Mentalität, Gewässerunterschätzung und Selbstüberschätzung sind dafür verantwortlich. Auch beim Kanuwandern werden die Hauptfehler zu 90% außerhalb des Wassers gemacht, so daß auch hier gilt: Planungsfähigkeit, Umsicht, Rücksicht gepaart mit körperlicher und geistiger Fitness sind die besten Sicherheitsbegleiter beim Wasserwandern.
1. Vorher: Sicherheit beginnt an Land
- Flüsse und Seen nach Könnensstand,Temperatur und Wetter auswählen
- Persönliche Gesundheit und Fitness abschätzen
- Flußführer und Literatur zum Vorbereiten einbeziehen
- Von Anfang an für Rücksicht und "Wir-Gefühl" in Gruppen sorgen
- Ist die Ausrüstung: vollständig, zweckmäßig,kältetauglich, einsatzfähig?
2. Vor Ort:Erst schauen, dann Paddeln
- Aktuellen Wasserstand, Wassertemperatur und Wetterlage einschätzen
- Schlüsselstellen (Wehre,Hindernisse) herausfinden und besprechen
- Naturdynamik einkalkulieren: Wetterumschwung,Kälte, Hochwasser
- Absprachen über Fahrtdauer, Besichtigungen, Fahrtabbruch treffen
3. Auf dem Fluß: Gruppenregeln
- Überschaubare Gruppengröße, evtl. mehrere Fahrtengruppen bilden
- Feste Zeichen und Verhaltensabsprachen
- Immer kontrolliert auf Sichtkontakt fahren
- Wehre besonders prüfen - im Zweifel umtragen
- Alles geht: absichern, umtragen, abbrechen !
4. Nach der Fahrt: Auswerten
- Stimmten Flußbeschreibung und Gruppenkönnen?
- Warum kam es zu gefährlichen Situationen?
- Stimmte das "Sicherheitsklima" in der Gruppe?
- Was muß noch besser geplant oder geübt werden?
Abschlußcheckfrage: Können wir morgen so weiterfahren...???
(Rolf Strojec, Hessische Kanuschule-Boot&Berg)